Apfelstrudelmarmelade kochen – Herbst im Glas

Apfelstrudelmarmelade selber kochen. Ein Rezept für leckeren Brotaufstrich aus Äpfeln, der schmeckt wie Apfelstrudel im Glas. | www.schninskitchen.de

Wenn Ihr Apfelstrudel lecker findet und auch Marmelade und feine Aufstriche gerne mögt, dann dürft Ihr Euch jetzt freuen, denn in diesem Fall habe ich heute genau das richtige Rezept für Euch. Eine absolut oberleckere Apfelstrudelmarmelade mit ein paar Rosinen, knackigen Mandelstiften, einer guten Mischung aus Zimt, Vanille und ein bisschen Rum – wie klingt das für Euch? Ich muß zugeben, dass dieses Rezept nicht ganz allein auf meinem Mist gewachsen ist, aber ich habe die Idee schon eine Weile im Hinterkopf und dieses Jahr habe ich mich zur richtigen Jahreszeit etwas inspirieren lassen, ein feines Rezept gefunden und es für mich nur noch ein kleines bißchen angepasst.

Ab dem Tag, an welchem ich zum allerersten Mal einen leckeren Apfelstrudel probiert hatte, war ich schon ein kleines Fan-Girl. Aber spätestens seitdem ich vor ein paar Jahren durch eine Bloggerveranstaltung ein paar Tage im wunderschönen Salzburg unterwegs sein durfte, war es dann endgültig um mich geschehen. Im Zusammenhang mit dieser besagten Bloggerkonferenz gab es nämlich nicht nur eine spannende Stadtführung und einen grandiosen Ausflug ins Umland, sondern ich konnte bei einem ganz tollen Workshop in einem Traditionshotel dort (ich muss nochmal nachschauen, welches das war, bevor ich hier noch etwas Falsches schreibe und mich wegen Fake News unbeliebt mache) zuschauen, wie die richtigen Profis “strudeln”. Es hieß “Man muss die Tageszeitung durch den Strudelteig lesen können!”, wenn ich mich richtig erinnere. Es war unheimlich interessant und die Technik war faszinierend. Das Zuschauen hatte fast etwas Meditatives für mich und ich hätte ewig dort stehen können. Dass wir danach dort natürlich auch gleich Probe essen durften, versteht sich wohl von selbst. Und was soll ich sagen, frisch aus dem Backofen, noch leicht warm, dazu das richtige Salzburg-Feeling… Der Apfelstrudel schmeckte unfassbar gut und ich hätte mich förmlich reinsetzen können, in meinen Teller. Oder etwa drölfzig Mal noch eine Portion nachnehmen. Da kenne ich ja nix.

Apfelstrudel gehört also seit Jahren mit zu den Dingen, bei denen schon alleine die Erwähnung reicht, damit mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Kennt Ihr das auch oder geht es nur mir allein so? Irgendjemand sagt etwas von Essen, von bestimmten Rezepten oder spricht auch nur von einzelnen Zutaten und schon habt Ihr Kopfkino und sabbert förmlich? Dafür bin ich ja generell schon seeeeeeehr anfällig und wenn ich nur Apfel und Zimt höre, dann möchte ich mich gleich damit unter einer Decke auf meine gemütliche Couch kuscheln, einen warmen Kaffee (vielleicht ja auch mit einer Prise Zimt verfeinert) in den Händen und dann einfach nur noch so richtig Schlemmen.

Und genau so ging es mir auch, als ich mich vor einer Weile für die tolle Bloggeraktion “Koch mein Rezept” gerade neugierig auf einem Blog umschaute, mich dort einmal kreuz und quer durch die leckeren Sachen klickte und dann doch auch tatsächlich über ein Rezept für eine Apfelstrudelmarmelade stolperte. Ich war schockverliebt und mußte es unbedingt ausprobieren. Genau solch eine Marmeladenidee hatte ich ja schon ewig im Kopf. Das konnte also nur ein Zeichen sein.

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Ach ja, Ihr seid ja eigentlich für das ultimative Apfelstrudelmarmeladenrezept (was für ein Wort, die Germanistin in mir freut sich gerade) hier, was dann letzten Endes dabei herausgekommen ist, daher Schluss mit Geschichten und ganz schnell zurück zum Thema.

Und so geht’s…

Apfelstrudelmarmelade kochen

Zutaten für etwa 8-9 kleine Marmeladengläser:

etwa 1,4 kg säuerliche Äpfel, geeignet sind z.B. die Sorten Boskop, Elstar oder Jonagold (geschält und entkernt gewogen ergibt es etwa 1 kg)
500 g Gelierzucker 2:1
50 g Zucker
100 g Mandeln in Stiften
2 (möglichst ungespritzte) Zitronen
1 TL gemahlenen Zimt
das ausgekratzte Mark von einer Vanilleschote
1 Prise Salz
100 g Rosinen
etwas Rum
kleine Marmeladengläser mit einem Schraubverschluss

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Zubereitung von Schnins leckerer Apfelstrudelmarmelade:

Für meine selbstgemachte Apfelstrudelmarmelade stellt Ihr zuerst sterile, ausgekochte Twist-off-Gläser und einen sauberen Abfülltrichter bereit.

Die Mandelstifte bei mittlerer (!) Hitze in einer kleinen Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten und danach abkühlen lassen.

Die Zitronen ein paar Mal mit ordentlich Druck über die Arbeitsplatte rollen, mit dem Messer halbieren und den Zitronensaft auspressen. Wer ungespritzte Bio-Zitronen hat, kann natürlich auch noch etwas von der Zitronenschale abreiben und später mit zur Konfitüre geben.

Die Äpfel mit einem Gemüseschäler dünn schälen und entkernen, dann 750g der Äpfel in grobe Stücke und 250g in sehr kleine Würfel schneiden, beides in eine Schüssel geben und jeweils mit der Hälfte vom ausgepressten Zitronensaft vermischen. So werden die geschnittenen Äpfel nicht so schnell braun.

Mein Tip Nr. 1:

Die Apfelschalen wandern bei mir nicht in den Mülleimer, sondern ich schnibbele sie mir entweder in mein Frühstücks-Porridge oder sie werden direkt in einem leckeren Smoothie mit verarbeitet. Wäre ja sonst auch schade drum.

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Den Zucker in einem Topf auf dem Herd vorsichtig karamellisieren lassen und dann das ausgekratzte Vanillemark zugeben. Nun zuerst die großen Apfelstücke hinzufügen und unter Rühren zu Mus (oder noch leicht stückig, je nachdem, wie Ihr es lieber mögt) verkochen. Geben Eure Äpfel zu wenig Flüssigkeit ab und drohen vielleicht anzubrennen, dann gebt einfach noch einen Schuss Apfelsaft oder Wasser mit dazu. Das Apfelmus mit dem Gelierzucker vermischen und mit dem gemahlenen Zimt, einer Prise Salz und eventuell einem Schuss Rum aromatisieren.

Das Ganze aufkochen, unter Rühren etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und dann die Mandeln und Rosinen unterrühren. Zuletzt noch die feinen, rohen Apfelwürfel untermischen und noch einmal ganz kurz aufkochen lassen. Gelierprobe machen!

Die fertige Apfelstrudelmarmelade nun randhoch heiß abfüllen und dabei unbedingt darauf achten, dass die Ränder der Gläser sauber bleiben. Die Marmeladengläser fest verschließen, 10 Minuten auf dem Kopf stehen lassen und dann richtig herum auskühlen lassen.

(Wer lieber Einmachgläser nutzen möchte, der verschließt die Gläser mit Einmachgummi und Deckel und kocht im Einkochautomaten, im Topf oder im Backofen ein. Wurde schon getestet und funktioniert auch wunderbar.)

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Mein Tip Nr. 2:

Die Apfelstrudelmarmelade schmeckt natürlich nicht nur auf Brot und Brötchen, sondern macht sich auch super, wenn man sie zum Frühstück oder auch als Nachtisch in etwas Joghurt oder Quark verrührt. Auch als Dessert mit Vanilleeis oder zusammen mit einem Stück Kuchen zum Kaffeeklatsch passt sie in der kalten Jahreszeit prima. Probiert es einfach mal aus.

Noch ein Tip zur Weihnachtszeit:

Wenn Ihr Eure Apfelstrudelmarmelade besonders weihnachtlich verfeinern möchtest, könnt Ihr zusätzlich auch noch etwas Kardamom, Sternanis oder eine ganz feine Prise Nelkenpulver dazugeben. Hübsch verpackt ist die Marmelade dann auch gleich ein schönes Geschenk aus der Küche zu Weihnachten oder zum Adventswichteln. Also seid vorbereitet (Weihnachten kommt ja jedes Jahr auf’s Neue ganz plötzlich) und verschenkt doch einfach mal ein bißchen Weihnachtsstimmung im Glas, denn der Kombination aus Apfel und Zimt kann wohl kaum einer wirklich widerstehen.

Aufbewahrung und Haltbarkeit:

Beim Einmachen unbedingt schön sauber arbeiten und die Marmelade kühl und dunkel aufbewahren, zum Beispiel im Keller oder in der Vorratskammer. So hält sie sich locker mehrere Monate und behält auch die Farbe.

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Das Originalrezept von Doc.Eva:

Das ursprüngliche Rezept stammt von Doc.Eva vom Blog Dental-food, die ihren Spitznamen wohl irgendwann mal von Steffen Henssler verpasst bekam und diesen Namen dann so mochte, daß sie ihn letzten Endes auch (bei-)behalten hat. Wenn man sich auf Evas Über-mich-Seite umschaut, wird einem fast schwindelig, denn Eva (früher mal eine niedergelassene Zahnärztin) ist wirklich ein kulinarischer Tausendsassa. Sie hat sich mit Teilnahmen bei “The Taste”, “Das Perfekte Dinner”, “Die Küchenschlacht”, “Tortenschlacht” und noch einigen mehr quasi schon einmal quer durch Deutschlands Fernsehsender gekocht und gebacken, hat als Kochschullehrerin gearbeitet und schreibt Kolumnen und Bücher. Und sie schreibt eben auch ihren Blog Dental-Food, Doc. Evas Kochlatein.

Anfangs drehte es sich bei Eva noch hauptsächlich um zahnfreundliche Speisen und Rezepte für Menschen mit gewissen Einschränkungen, was die Form der Nahrungsaufnahme angeht, aber mittlerweile geht es bei ihr ganz generell um Rezepte und Essen. Das alles allein klingt schon unheimlich spannend, aber mit einem Satz hat sie mich dann endgültig gekriegt: “Für mich hat alles (…) mit Essen zu tun: Recherchieren, Planen, Einkaufen, Vorbereiten, Zubereiten, Dekorieren, Anrichten, Fotografieren, Gärtnern, Reisen, Wohnen, Leben und manchmal sogar doch Arbeiten – weil, Essen beginnt im Mund!” Und so teilt Doc.Eva seitdem alles Wissens- und Mitteilenswerte rund ums Kochen und hat wirklich eine ganz eigene und charmante Art, ihre Rezepte immer mit einer netten Anekdote, kleinen Zitaten aus Gedichten, Büchern und Songtexten, Sprichwörtern und Weisheiten und anderem spannendem Hintergrundwissen zu spicken. Total spannend, erfrischend anders und unheimlich interessant. Wenn man bei ihr liest, dann hat man ganz schnell mal eben ein Stündchen vertrödelt und sich völlig im Thema verloren. Eine klare Leseempfehlung also von mir.

Bringt daher gerne mal ein bisschen Zeit und Ruhe mit und schaut Euch unbedingt einmal selber bei Eva um. Und wer neugierig ist, hier geht es direkt zum ursprünglichen Originalrezept von Doc. Evas Apfelstrudelmarmelade. Und wenn Ihr dann auch noch wissen wollt, welches Rezept bei der Aktion von mir nachgebacken wurde: Schnin’s glutenfreies Maisbrot, ausprobiert und für lecker befunden vom Blog Pane-Bistecca..

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Wenn Euch das Rezept für meine Apfelstrudelmarmelade gefällt, dann mögt Ihr vielleicht auch meine Bratapfelmarmelade oder die leckere Apfel-Karamell-Marmelade mit Fleur de Sel.

Viel Spaß beim Marmelade kochen und laßt es Euch schmecken.

Alles Liebe, Schnin  ♡

Blogger Aktion "Koch mein Rezept - der große Rezepttausch" von @volkermampft

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Servus Schnin, vorab vielen Dank für das Rezept zur Apfelstrudelmarmelade. Eine ausgefallene Variante, die ich vorher noch nicht kannte. Werde es ausprobieren und bin gespannt auf den Geschmack. Bleib gesund und freue mich auf neue Rezepte von Dir.

    • Liebe/-r Kiba,

      ja, so ging es mir auch mit dem Rezept, es hat mich direkt neugierig gemacht und ich musste es ausprobieren.
      Ich hoffe, Dir schmeckt es genauso gut, wie es mir geschmeckt hat. Ich habe auch gleich mehrere Gläser verschenkt und alle mochten es.

      Lieben Gruß
      Schnin

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